Stärkeaufschluss in der Pferdefütterung

Das Pferd hat sich im Laufe der Evolution zwar äußerlich deutlich verändert, seine Ansprüche an die Nahrung sind jedoch nahezu unverändert geblieben. Das Urpferd ernährte sich in der Steppe fast ausschließlich von Gräsern, Laub und kleinen Ästen, es war auf stärkehaltige Nahrung nur bedingt eingestellt. Enzyme, die die Stärke im Verdauungsprozess effektiv aufspalten, waren also kaum von Nöten.

So ist es bis heute geblieben und stellt uns vor eine Herausforderung: Da wir vom Pferd Leistung fordern, benötigt es zusätzliche Energie über das Grundfutter hinaus. Wir müssen ihm also helfen – indem wir die Nahrung so aufbereiten, dass das Verdauungssystem damit keine Probleme hat. Wir spalten die Stärke fürs Pferd, bevor es sie aufnimmt.

Flockieren

Zunächst erfolgt in der sogenannten Netzerei eine Quellung des Korns durch Feuchtigkeitsaufnahme. Anschließend wird es bei 100°C mit Wasserdampf gedämpft und im sogenannten Walzenstuhl entsteht die Flocke. Abschließend erfolgt die Trocknung und Kühlung der Flocken.

Expandieren

Getreide wird bei Überdruck und hoher Temperatur kurz gekocht und anschließend in einen Expansionstunnel (Unterdruck) befördert. Durch die Druckänderung unterliegt es einer Volumenveränderung, die Zellstrukturen werden infolge dessen zerstört. Endprodukt ist das sogenannte „aufgepoppte“ Getreide.

Extrudieren

Getreideschrot oder fertige Schrot-Mischungen werden rund 5 Sekunden unter Druck bis 40 bar auf 100-120 ° C erhitzt, verdichtet und geknetet. Unter Druck und Dampf lösen sich die Zellverbände des vermahlenen Materials, dass dann in verschiedene Formen gebracht werden kann.


Weizen1 Weizen2
Weizen3
Bei diesem unbehandelten Getreidekorn sind die Stärkekörner deutlich abgegrenzt als schwarze Punkte erkennbar. Nach hydrothermischer Behandlung bei 100°C sind zwar noch einzelne Zellen erkennbar, die Stärkekörner sind zum Großteil schon aufgequollen.
Nach hydrothermischer Behandlung bei 120°C ist kaum noch eine Zellstruktur zu sehen. Der hohe Aufschlussgrad der Stärke ist erkennbar durch die weichen Verläufe in der Darstellung.

  • Die Gewinner stehen fest!
  • Mon, 19 Jul 2010 00:00:00 GMT
  • In der Nacht vom 15. zum 16.07. war es soweit - die letzte Chance zum einsenden eines Fotos für den diesjährigen Fotowettbewerb. Mit 180 Fotos war die Teilnahme in diesem Jahr besonders groß und insbesondere die Qualität...
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