Raufutter - Tipps zur Futterbewertung

Die Vorfahren unserer Pferde waren Steppenbewohner, die ihre Nahrung den ganzen Tag über in ständiger Bewegung zu sich nahmen. Meist war es eine karge und raufaserreiche Nahrung. An diese Ernährungsweise hat sich der Pferdeorganismus über viele Jahrtausende hinweg angepasst. Raufutter wie Heu, Heulage oder Silage sind deshalb die wichtigste Grundlage einer gesunden Pferdeernährung.

Raufutter sollte mengenmäßig den größten Teil der Futter-Tagesration des Pferdes ausmachen. In der klassischen Fütterungslehre wird meist von mindestens 0,5 kg Raufutter pro 100 kg Körpermasse und Tag ausgegangen. Wir bei Eggersmann schließen uns den neueren Erkenntnissen an und empfehlen mindestens 1 kg pro 100 kg Körpermasse pro Tag.

Welches Heu für welche Pferde?

Wird viel Raufutter verfüttert, ist die Qualität natürlich besonders wichtig! Heu, das in der ersten Hälfte der Gräserblüte geschnitten wird, hat einen höheren Energie- und Eiweißgehalt und einen relativ dazu niedrigeren Rohfasergehalt. Es eignet sich insbesondere als Grundfutter für Zuchtstuten, wachsende Pferde und Sportpferde.

Für Freizeitpferde und weniger gearbeitete Pferde empfiehlt sich Heu, das zu einem späteren Zeitpunkt eingebracht wird: nach der Blüte, aber vor dem Aussamen. Es enthält mehr Rohfasern und ist mit einem geringeren Energie- und Eiweißgehalt als Grundfutter für diese Pferde besser geeignet.

Heu, das erst spät nach dem Aussamen geschnitten wurde, sollte nach Möglichkeit nicht verfüttert werden. Nach der Aussaat der Samen fängt das Gras an, vom Boden aus zu verrotten. Dabei können sich Schimmelpilze entwickeln, die Allergien und Krankheiten hervorrufen können.

Qualitätsbewertung nach Punkten

Als Pferdehalter haben Sie leider nicht immer Einfluss auf die Qualität des Grundfutters.

Die einfachste Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck von der Qualität des Raufutters zu verschaffen, ist die sogenannte Sinnenprüfung. Gutes Heu erkennt man an Farbe, Geruch und Griff. Frisch grün bis angenehm aromatisch riechend und weich im Griff ist optimal. Um per Augenschein, Hand und Nase eine Bewertung vorzunehmen, sind etwas Übung und Erfahrung erforderlich. Wir haben für Sie deshalb zwei Tabellen zusammengestellt, anhand derer Sie nach einem Punktesystem die Qualität von Heu bzw. Silage prüfen und beurteilen können. Bewertet werden Geruch, Gefüge, Farbe und gegebenenfalls Verunreinigungen. Je höher die erreichte Punktzahl desto besser die Qualität. Allerdings bedeutet eine hohe Punktzahl nicht unbedingt, dass das Heu oder die Silage für jedes Pferd uneingeschränkt zu empfehlen ist. Es kann für ein Freizeitpferd durchaus besser sein, wenn Heu etwas stängelig und hart im Griff ist. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es energie- und eiweißärmer und somit für diese Pferde geeigneter ist. Ganz wichtig: Eine gute Grundqualität bringt nichts, wenn das Futter schlecht gelagert wird. Sehen Sie deshalb kritisch darauf, ob z. B. Siloballen von Vögeln angepickt wurden oder Spuren von Nagern aufweisen. Heu, das feucht eingefahren wurde, kann eine starke Nachgärung entwickeln, Silageballen, in die durch falsche Lagerung Luft eindringt, können verdorben sein.

Bei weiteren Fragen zum Futter wenden Sie sich an Frau Everding: 0 57 51/179 3-32.


Warum ist Raufutter so wichtig?

Gut für die Verdauung

Heu wird nicht wie Kraftfutter im Dünndarm des Pferdes verwertet, sondern erst im Dickdarm. Dabei entstehen u. a. energieliefernde Substanzen. Das Pferd nutzt die Rohfaser als Energielieferanten. Der Dickdarm regelt auch den Säure-Basen Haushalt und die Vitaminsynthese. Besteht eine gesunde Dickdarmflora und wird qualitativ hochwertige Raufaser angeboten, können viele Fehl-ernährungen vermieden werden.

Gut gegen Frust im Stall

Das Pferd ist von Natur aus ein Dauerfresser, daran hat seine Domes-tikation nichts geändert. Wenn es nichts zu knabbern hat, langweilt es sich im Stall und beginnt oft aus Frust, Stallwand oder Krippe zu benagen. Auch Untugenden wie das Weben, Koppen und Kreiswandern rühren daher. Das geruhsame Aufnehmen und Zermahlen der Heuhalme entspricht dem natürlichen Fressverhalten des Pferdes, es ist beschäftigt und mit sich und seiner Natur im Einklang. Genügend Raufuttergaben sind daher das A und O der Pferdefütterung.

Gut für's Gebiss

Die groben Strukturstoffe im Heu sorgen für eine gleichmäßige Abnutzung der Kauflächen der Zähne. Es bilden sich seltener Haken an den Backenzähnen.

  • Die Gewinner stehen fest!
  • Mon, 19 Jul 2010 00:00:00 GMT
  • In der Nacht vom 15. zum 16.07. war es soweit - die letzte Chance zum einsenden eines Fotos für den diesjährigen Fotowettbewerb. Mit 180 Fotos war die Teilnahme in diesem Jahr besonders groß und insbesondere die Qualität...
    mehr ...